19. April 2026
Martin G. Wanko
GAK 1902: 1:1 gegen Ried, es bleibt alles offen.
Nach einer gelungenen Choreo und einer Schweigeminute für den am Mittwoch tödlich verunglückten, ehemaligen GAK-Keeper und Team-Torhüter Alexander Manninger reichte die Perfomance der Roten für ein 1:1 – das konnten wir schon besser. 6234 Fans waren dabei.
In Gedenken an A. Manninger Franz Stolz in Hochform
Meine Morgenstimmung am Tag danach war jetzt nicht verkatert, sondern eher: Wird es ein guter oder ein schlechter Tag, du kannst es jetzt selbst entscheiden. Ich habe mich für einen guten Tag entschieden, denn mit dem 1:1 kann man als Roter gut leben, als Ried-Fan wäre ich mit dem Resultat nicht zufrieden gewesen. Warum, ist leicht zu erklären: Ried hat uns in der 1. Halbzeit dominiert, wir sind, außer zu Beginn, mit ihrer 4er-Kette, mit der sie unser Mittelfeld außer Kraft setzten, nicht zurande gekommen. Von dieser ausgehend sorgten sie für die wesentlichen Akzente. So wäre es um uns in Minute 21 beinahe geschehen gewesen, als Kingstone Mutandwa per Kopf sein Glück versuchte. Beinahe nur deshalb, da wir dank Torwart Franz Stolz weiter im Spiel blieben.
Alleine in der 1. Halbzeit waren es mindestens zwei Hochkaräter, deren Einschlag der Keeper verhinderte. Fairerweise muss man aber auch sagen, dass der Unparteiische ein sehr kampfbetontes Spiel zuließ, was den Hünen der Innviertler entgegenkam. In Summe war es das Rieder Konvolut, mit dem wir gestern in der 1. Halbzeit Probleme hatten. Grundsätzlich könnte man das mit einer besseren Technik wettmachen, die brachten wir jedoch gestern nicht auf den Platz. Dazu erwiesen sich unsere Verteidiger unter Druck ungewohnt fehleranfällig. Wie gesagt, in Gedenken an Alexander Manninger lieferte Franz Stolz sein wahrscheinlich bestes Spiel ab, seit er in Graz tätig ist. Und wann Christian Lichtienberger wieder ohne Maske spielen darf, wäre auch interessant. Sie scheint hinderlich zu sein.
Aktivere 2. Halbzeit
Ferdl Feldhofers Worte in der Halbzeit bringt den nötigen Schwung in das Spiel der Roten. Gleich zu Beginn testet Italiano den Rieder Torwart Leitner an, dieser kann nicht ausreichend klären, der Ball kommt zu Ramiz Harakaté, dieser lässt sich nicht zweimal bitten und schießt den Ball wuchtig in die Maschen. Das war die beste Zeit der Roten in dieser Partie. Die Rieder ließen sich jedoch nicht aus dem Konzept bringen und forderten immer wieder Franz Stolz. Dass er in der 69. Minute das Nachsehen hatte, war die logische Konsequenz. Dazu muss jedoch gesagt werden, dass der Freistoß, der schlussendlich zum Tor führte, nicht gegeben hätte werden dürfen. Der Ausgleich geht in Ordnung, da muss man nicht meckern, und zumindest an diesem Abend sind die Innviertler ein heißer Anwärter auf den Tabellensieg im Untern Playoff. Das Spiel bleibt auch danach umkämpft. Beide Mannschaften wollten nun den Sieg. Murat Satin hatte in der Nachspielzeit sogar das Tor der Runde auf dem Fuß: Er reagierte blitzschnell auf die zu hohe Stellung von Ried-Keeper Andreas Leitner, sein Schuss aus der eigenen Hälfte – die Rieder wären schon geschlagen gewesen – ging knapp am Tor vorbei. Das wäre quasi das Hollywood-Ende des Spiels gewesen, aber wie schon erwähnt, konnte man Freitagabend von einem gewonnenen Punkt sprechen. Fazit: Dienstag werden wir in Ried stärker auftreten müssen, um einen sorgenfreien Abend zu haben. Redmonster meint dazu im ASB: „Gut, dass wir heute einen Punkt ergattert ham. Auswärts wirds halt schwierig. Da wird so eine Leistung wie heute nicht reichen.“ Es gibt also einiges aufzuarbeiten, für das Trainerteam und die Mannschaft. Da alle restlichen Teams ebenso remis gespielt haben, bleibt alles beim Alten.
27. Spieltag: GAK 1902 vs. SV Ried 1:1 (0:0), Liebenauer Stadion
Alle Fotos: (c) Clarissa BERNER