29. Juli 2026
Martin Murpott
Ab Freitag zählt es!
Nachdem die Testspiele während der Vorbereitungszeit eher mau verlaufen sind, konnte man zumindest am vergangenen Samstag im Cup etwas Selbstvertrauen tanken. Letztendlich sollte man jedoch weder das eine noch das andere über- oder unterbewerten. Die deutliche Niederlage gegen Dresden war in dieser Höhe auch unserer mangelhaften Chancenverwertung geschuldet, während das 4:0 gegen Donaufeld letztlich ein Pflichtsieg war. Und so schön und finanziell lukrativ ein weites Vorstoßen im ÖFB-Cup sein mag, der Fokus muss auf der Meisterschaft liegen. Ergo: Ab Freitag zählt es!
Bevor wir uns allerdings unseren Wünschen, Hoffnungen und Vorfreuden hingeben, werden wir nicht darum herumkommen, zunächst ein paar Worte über Hiobsbotschaften und Negativnachrichten zu verlieren. Unsere äußerst vielversprechende Leihgabe vom Salzburger Zuckerwasserhersteller, Tim Trummer, fällt aufgrund einer Muskelverletzung leider aus. Gleiches gilt für Tobias Koch, der ebenfalls mit muskulären Problemen zu kämpfen hat. Des Weiteren konnten die internen Streitigkeiten unserer aktiven Fanszene trotz der Vermittlungsversuche zweier Vereinsfunktionäre nicht beigelegt werden, weshalb der Auswärtssupport in Linz nicht in voller Stärke erfolgen wird. Ich enthalte mich an dieser Stelle einer persönlichen Beurteilung, da bislang ausschließlich der Red Firm SC ein Statement zu der gesamten Causa veröffentlicht hat. Unter diesen Umständen ist es mir leider aus nachvollziehbaren Gründen auch nicht möglich, meinen Vorbericht mit den obligatorischen Worten „We Are GAK“ zu schließen.
Kommen wir also zum Positiven! Unser Gegner heißt LASK und ist amtierender Meister. Das wiederum bedeutet: Wir können punkten, wir wollen punkten, aber es wäre trotzdem keine Katastrophe, wenn wir es nicht tun. Unser Kader ist mitnichten so schwach, wie mancherorts im Vorfeld des Saisonauftakts behauptet. Mit Gragger und Michorl wurden zwei durchaus spielfreudige und bundesligaerfahrene Kicker verpflichtet. Hermesh ist ebenfalls nicht auf der Nudelsuppe dahergeschwommen, Lichtenberger scheint immer besser mit Grosse zu harmonieren und mit Stanković haben wir einen ehemaligen Nationaltorwart im Kasten. Dass Klassen sich für ein dauerhaftes Engagement bei den Roten entschieden hat, ist definitiv kein Nachteil. Und ob Smits oder Guerti im Sturm zünden werden, wird sich in Kürze zeigen. In Summe ist uns also diesen Freitag in der Giebelkreuz Arena durchaus eine Überraschung zuzutrauen.
Aber egal, wie das Auftaktspiel ausgehen wird: Wir sollten diesmal als Fans darauf verzichten, uns schon nach Runde 1 als Fixabsteiger oder bundesligauntauglich zu bezeichnen. Das Jammern über eine angeblich völlig verfehlte Transferpolitik oder das altbekannte „XY raus“ würde Ende Juli ebenfalls eher kontraproduktiv erscheinen. Lasst uns bis Freitag noch ein wenig Vitamin D für das persönliche Wohlbefinden tanken und davon ausgehen, dass es heuer in Summe besser wird als letzte Saison. In diesem Sinne: Auf die Roten!