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9. August 2026

Text: Wolfgang Kühnelt / Fotos: RED-Aktion

GAK 1902
VS
SC Austria Lustenau
|
2:1

Das Warten auf den Pfiff

Die alte Weisheit, dass ein Fußballspiel 90 Minuten dauert und am Ende die Deutschen gewinnen, stimmt schon länger nicht mehr. Am Samstag, dem 8. 8., pfiff der Schiedsrichter in Liebenau erst ab, als auf der Match-Uhr deutlich mehr als 100 Minuten aufschienen. Und am Ende gewann der GAK. Nicht unverdient, das Duell gegen den Aufsteiger aus Vorarlberg hätte auch 3:1 oder 4:1 ausgehen können. Zumindest ein Deutscher siegte übrigens auch, es war Leon Klassen, der ebenso in der Startelf stand wie die Neuverpflichtungen Stankovic, Hermesh und Anderson. Im Angriff war Hofleitner am Werk, sein Kollege Maderner musste länger auf einen Einsatz warten. Lichtenberger lief statt ihm mit der Kapitänsschleife auf.

So könnte es weitergehen

Eine Austria, die in Grünweiß spielt, ist an sich schon eine wunderliche Sache. Genauso rätselhaft war die Einschätzung des Gegners vor dem Spiel. Wie gut sind die Lustenauer nach ihrem ersten Punkt in der ersten Runde wirklich? Nach dem Auftritt in Liebenau muss man sagen: Sie besitzen flinke Flügelspieler, aber den Kampfgeist haben sie nicht erfunden. Der GAK begann mit einer kraftvollen Offensive, die ersten Chancen verstrichen ungenutzt. In Minute 18 machte es sich erstmals bezahlt, dass Pines größer ist und höher springen kann als viele Verteidiger in dieser Liga. 1:0, so könnte es weitergehen.

Tat es aber nicht, die Lustenauer wurden stärker. Oder die Heimmannschaft ließ nach, je nach Betrachtungsweise. Gerade die Angriffe der grünweißen Austrianer über unsere linke Außenbahn wurden langsam unangenehm. Die Passqualität der Herren in Rot war in Hälfte 1 auf jeden Fall für eines gut: Sie lieferte reichlich Gesprächsstoff für die Pause.

Die zweite Halbzeit begann gerade erst so richtig, da klatschte ein Ball aus der zweiten Reihe in unser Tor. Stankovic war mit den Fingerspitzen noch in nächster Nähe, aber es half nichts: 1:1 und auch das nicht gänzlich unverdient. Der GAK verlor allerdings nicht die Nerven, sondern erarbeitete sich immer mehr Chancen.

6-7

In Minute 67 war es Hofleitner, der alle anderen überragte und den Führungstreffer erzielte. Auch das verdient, denn der Stürmer war an diesem Tag sehr eifrig und klärte auch vor dem eigenen Tor immer wieder mit dem Kopf. Es kamen Koch und Smits und gerade letzterer zeigte, dass er Talent mitbringt, zugleich noch einiges lernen darf. Für die mitlesende Generation Z gibt es übrigens noch eine schöne Nachricht: Es waren 6767 Zuseherinnen und Zuseher im Stadion. Wer den Joke nicht versteht, geht jetzt erst mal eine Runde googeln.

In Minute 84 werden Maderner und Souleyman Mandey eingewechselt. Besonders der junge Österreicher, der von der Insel geholt wurde, versucht deutlich, sich gleich ins Spiel einzubringen. In Minute 88 hätte man übrigens statt der gelben auch die rote Karte zücken können, als ein Lustenauer ohne Ball ein Revanchefoul begeht. Aber wir wollen ja nicht kleinlich sein. Ansonsten ist die Partie weitgehend fair und der Schiedsrichter hat nicht übermäßig viel zu tun. Vielleicht lässt er deswegen das Match laufen und laufen. In Minute 91 hat der GAK noch eine Riesenchance und dann passiert lange nichts mehr. Das Zittern auf dem Feld und auf den Rängen kann man deutlich spüren. Am Ende stimmt das Resultat zufrieden. Nach dem langen Marsch durch die Ligen ist der GAK noch nie so gut in die Saison gestartet wie diesmal. Das wird die Kritiker in den eigenen Reihen nicht beruhigen, aber vielleicht sehen sie doch irgendwann, dass diese Mannschaft Potenzial hat. Ja, das Zusammenspiel funktioniert noch nicht so, wie es das sollte. Ja, die Pässe sind zwischendurch auf unangenehme Weise atemberaubend. Ja, es kommt zu wenig über die Seiten und in der Mitte wird es natürlich eng.

Aber: Wir sind nicht Bayern und nicht Barca, wir müssen ohne Mbappé und ohne Erling Haaland auskommen. Wir sind der GAK. Wir werden auch in dieser Saison kämpfen müssen. Und wir werden noch viele Diskussionen führen. Eines sollte aber auch außer Streit stehen: Nach diesem Wochenende sind wir nicht mehr am Tabellenende zu finden und das zurecht. Wir haben eine realistische Chance, in der Liga zu bestehen. Bei uns sind junge Spieler am Werk, die es sich verdient haben, ein wenig Zeit zur Entwicklung zu bekommen. Jeder, der diese Mannschaft auspfeift oder online beschimpft, sollte sich überlegen, ob er noch beim richtigen Verein ist. Jetzt geht es auswärts gegen Rapid und Ried, das wird schwer genug.

Es wird heiß

Und wollen wir am Ende noch ein anderes Fass aufmachen? Sicher wollen wir. Hallo, liebe Bundesliga. Das mit dem Klima bleibt jetzt so. Da hilft auch kein Hydration Break. Wetterexperten können gut erklären, wann die höchsten Tagestemperaturen zu erwarten sind: Zwischen 16 und 18 Uhr. Was macht es da für einen Sinn, um 17.00 anpfeifen zu lassen, wenn die Hitze am Spielfeld enorm ist und die Spieler über die Maßen fordert? Anpfiff in Zukunft um 19.02 im Sommer. Können wir uns darauf einigen?

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