17. August 2026
Text und Foto: Martin G. Wanko
Hey GAK, wir wollen auf euch stolz sein!
Ferdinand Feldhofer wurde die gesamte Woche nicht müde anzukündigen, dass der GAK offensiv und mutig gegen Rapid Wien auftreten werde, so auch am Spieltag gegenüber der SKY-Moderation. Hans Krankl konterte, der GAK werde „wie alle diese Mannschaften“ defensiv ins Spiel gehen. Mal schauen, was kommt, denkt sich der interessierte Rote am SKY-Stream. Interessant in der Aufstellung: Anthony Smits spielte von der 1. Minute an, man kann also hoffen.
Smits tankt durch, aber!
Leider scheint Hans Krankl von Anfang an Recht zu behalten: Nach einem gescheiterten Angriff klingelt es in der 5. Minute bereits das erste Mal. Owusu
versucht, den Ball mit dem Außenrist zu klären, trifft aber den Fuß eines mitlaufenden Rapidlers, aber hier kein Vorwurf. Schlimmer hätte der Beginn jedoch nicht sein können. Auf ein Unentschieden zu spielen, geht sich momentan nicht aus, der GAK 1902 muss sogar versuchen, so etwas wie das Spiel zu machen. Könnte ja gehen! Minute 10: Smits tankt sich durch, verlängert zu Michorl, der schießt mit seinem bevorzugten linken Fuß – leider meterweit übers Tor! Michorl schlägt die Arme vors Gesicht. Er wird wissen warum, das ist eine Chance, die ein Mann seines Kalibers nutzen muss. Wenn nicht er, wer sonst?! So ein 1:1 hätte dem Spiel eine Wende geben können. So eine Chance bekommt man in so einem Spiel nur einmal. Aber das wäre eben der 2. Weg eines Spiels, zu dem es nicht gekommen ist, gerade wenn rund 17.000 begeisterte Grün-Weiße den Abend zu einem Volksfest machen.
GAK quo vadis?
Im Gegenzug kommt das 0:2, und dem GAK-Fan schwant Übles, denn nach 15 Min. steht es 3:0 für die Gastgeber. „Der GAK müsste langsam aufwachen, sonst ist in der Halbzeit alles erledigt!“, meinte Co-Moderator Andi Herzog, einen Augenblick später fast das 4:0 durch ein Missverständnis von Stankovic und Owusu. Rapid schaltet nun einen Gang zurück, ist nicht mehr so scharf, aber dennoch bestimmen die Wiener mühelos das Spiel. Uns fehlt weiterhin der Zugriff auf das Spiel und die Mannschaft aus Wien. Hier greifen die Zahnräder nicht ineinander! FUCK! Fans greifen sich an den Kopf, verlassen das Stadion oder schalten den Stream ab. Natürlich, ja, man spielt gegen eine Mannschaft die gerade einen Lauf hat, aber man darf nicht in so einer Höhe verlieren, gerade nicht als GAK. Das geht einfach nicht! Hier soll jetzt keiner gelyncht werden, aber das müsste den Verantwortlichen zu denken geben, denn jede nicht vollkommen falsch auf- und eingestellte Mannschaft kommt in diesem Moment zurück, zumindest nimmt sie den Kampf an.
Zierfische vs. Haifische
Nun das 4:0. Was ist aus dieser an sich so sicheren Verteidigung geworden? Und welche Schwachköpfe in den Medien schreiben permanent über den möglichen Verkauf dieser? Übrigens, unser zweiter Schuss aufs Tor erfolgt in der 43 Minute durch Gragger. Danach noch Michorl. Wieder nix! Schwarzer Tag, in Summe vier Abschlüsse, keiner landet im gegnerischen Gehäuse. Fazit: Unser GAK 1902 benimmt sich wie in einem ein Zierfisch-Aquarium, dessen Schleusen man zu einem Haifischbecken geöffnet hat. Ich will hier nicht polemisieren, aber die 1902er wollten sich für diese Saison vom UPO verabschieden, zumindest sehr bald mit dem Abstiegskampf nichts zu tun haben, und bis zum jetzigen Spiel hat der Fan diesen Gedanken mitdenken können. Ab nun zeigen eigentlich alle Wegweiser in Richtung UPO. Nach dem 0:5 Halbzeitstand, muss man sich fragen, spielt hier die Mannschaft heute nur gegen Rapid?
11:1 will keiner toppen.
Unsere erste Chance in der 2. Halbzeit generierte (ergab) sich in Min. 72 durch den eingewechselten Maderner, nach Michorls Steckpass. Doch auch das Ehrentor gelang nicht. Danach wurde in der mitgereisten Kurve der Banner „Feldhofer raus“ aufgehängt – kommt das nicht aus dem Sektor in Liebenau, wo man letzte Woche nach dem 2:1 gegen Lustenau den ersten Heimsieg abfeierte und noch die Sau rausließ? Sei’s drum. Wichtig ist, dass vom Verein nun Taten folgen. Dem roten Fan kommen dunkle Gedanken. Ich erinnere mich an das 11:1 gegen denselben Gegner im Jahre 1977. Die Lust, dieses Ergebnis zu wiederholen, hält sich in Grenzen. Trotz allem: Die Verteidigung ist zu langsam, das Mittelfeld kommt zu spät zurück. Mittlerweile steht es 6:0 gegen uns.
Wir wollen auf euch stolz sein!
Erinnern wir uns, in unserem Aufstiegsjahr gab es grausame Spiele, wo man sich fragte, ob nicht zu viele Spieler aus der 2. Liga mitgeschleppt wurden. Jedoch waren es Spiele mit FEUER. Aber nun spielen „gestandene“ Kicker, die die Buli und andere Ligen ausreichend kennen, und es geht eigentlich noch weniger. Wo ist nur die LEIDENSCHAFT hin, mit der man noch im letzten Spieljahr Blau-Weiß mit 3:0 verabschiedete? In zwei Monaten verflogen? Wo sind bloß die Kicker hin, die das schafften? Unterdessen steht es im Weststadion 7:0. Wer will nochmal, wer hat noch nicht? 8:0! Na bitte.
„Du willst, du tust und du kommst zu jedem Ball zu spät, aber es lauft halt nicht“, moderiert Andi Herzog, der ein gewisses 0:9 als Spieler miterleben musste. Es ist auch verständlich und na klar, jeder GAK-Angriff scheint mit bleiernen Füßen gemacht werden zu müssen, im Angesicht dieser Schlappe. Da ist ein Aufbäumen unmöglich. Auch für die Fans. Jeder zahlt ein, Saisonkarte, Merch, Bier und viel Herzblut. Jeder will auf diesen Verein stolz sein und keiner, der nach Lösungen ruft, ist deshalb böse. Die Rote Familie hat nach dem Spiel ihren Blick gesenkt, jeder will nur nach Hause, wo auch immer das sein mag.
Dieser Bericht entstand unmittelbar nach dem Abpfiff. Um die Authentizität zu wahren, haben wir den Text unverändert und in seiner ursprünglichen Fassung belassen. Keine 24 Stunden darauf erfolgte die Enthebung des Trainers Ferdinand Feldhofer von seinen Aufgaben. Wir sprechen ihm unseren Dank für den zweimaligen Klassenerhalt in den vergangenen Spielzeiten aus und wünschen ihm für seinen weiteren Weg alles Gute.
Die RED-aktion