19. August 2026
Text und Fotos: Wolfgang Kühnelt
„Kein Profi spielt gegen den Trainer“
SV Ried gegen GAK – ein etwas anderer Vorbericht
Mittwoch, 19. August. Die gestrigen Geburtstagsfeiern für den GAK sind diesmal wohl ziemlich gedämpft verlaufen. Den Grund kennt ihr. Und deshalb gibt es auch ausnahmsweise in Weinzödl eine Pressekonferenz vor einem Auswärtsspiel. Manche der anwesenden Journalisten fragen sich, ob heute gleich ein neuer Trainer präsentiert wird. Es wäre also eine prima Gelegenheit für eine Neuauflage der Albertas Klimawiszys Nummer von Hape Kerkeling, wenn nur irgendjemandem zum Lachen zumute wäre.
Es gibt stattdessen sehr ernste Mienen. Präsident Ziesler spricht von einem „einschneidenden Ereignis“ und erzählt von der Dienstfreistellung von Ferdinand Feldhofer am Montag in der Früh. Was das Team auch betroffen macht: Co-Trainer Florian Hart hat den Verein aus eigenen Stücken verlassen.
Es gibt knappe Antworten und immer wieder fällt sinngemäß der Satz, dazu könnte man jetzt noch nichts sagen. Die Pressekonferenz hatte allerdings eine klare Botschaft: Entgegen manchen Gerüchten könne man versichern, dass die Mannschaft mit ihrer Spielweise nicht den Trainer loswerden wollte. So sagt der interimistische Sportdirektor Andreas Lienhart: „Die Mannschaft verliert nicht absichtlich 0:8. Sie ist intakt und hat versprochen, sich am Freitag anders zu präsentieren.“ Und Ziesler ergänzt: „Wir sind in einer sehr frühen Phase der Saison. Wir haben es als extrem wichtig gesehen, einen neuen sportlichen Impuls zu setzen. Ich weiß, Trainer Feldhofer und Co-Trainer Hart haben alles gegeben.“
Die Frage aller Fragen ist aber: Wer wird denn nun in Zukunft Chef-Coach der Roten werden?
Dazu Andreas Lienhart: „Ich habe den Auftrag erhalten, eine Kandidatenliste zu erstellen. Joachim Standfest ist auch auf dieser Liste. Sonst gebe ich noch keine Namen bekannt.“
Wollt ihr unsere Prognose erfahren?
Ja, natürlich wollt ihr.
Falls das Spiel am Freitag in Ried positiv ausgeht – zumindest ein ehrenvolles Unentschieden oder gar ein Auswärtssieg – dann bleibt Joachim Standfest bis auf Weiteres Cheftrainer. Wenn nicht, dann werden wir Mitte bis Ende nächster Woche wissen, wer in Zukunft die Verantwortung übernimmt.
Ein Journalist in Weinzödl probiert es allerdings noch einmal mit allen Mitteln.
Frage: „Hat der nächste Trainer einen Namen mit S am Anfang?“
Lienhart: „Dazu kann ich jetzt nichts sagen.“
Was aber, wenn der neue Trainer sich dann auch neue Verpflichtungen wünscht?
Auch da bleibt Lienhart knapp: „Die Transferzeit läuft noch. Ein neuer Trainer könnte da schon ein Wörtchen mitreden.“
Und wie sieht es überhaupt aus mit der Kaderplanung:
Präsident Ziesler: „Klar ist, dass zwei bis drei Positionen noch nachbesetzt werden. Nagelt mich da bitte nicht fest.“
Im zweiten Teil der Pressekonferenz stehen Joachim Standfest und Donovan Pines Rede und Antwort. Dem Zweiteren fällt das sichtlich nicht leicht. Pines sagt dennoch tapfer: „Das Match vom Sonntag ist Geschichte. Wir sind sehr positiv eingestellt für den Freitag.“ Und weiter: „Es geht rauf und runter im Fußball, vor allem die Jungen müssen das lernen. Hoffentlich passiert das in der Saison nicht mehr.“
Dann die Frage an den neuen Interims-Coach: „Was geht noch in der kurzen Zeit seit dem Sonntag? Wo willst du ansetzen?“
Joachim Standfest, der einen ruhigen und sicheren Eindruck macht, sagt: „Am Montag war nicht viel möglich außer der Videoanalyse, gestern hatten wir einen richtigen Trainingstag. Wir haben uns – nona – auf die Defensive konzentriert. Es ist am Sonntag vieles zusammengekommen, das gegen uns gelaufen ist. Aber das Schöne am Fußball ist: Wir haben am Freitag eine neue Chance.“
Und er verrät im Anschluss in kleiner Runde, dass Smits mehr als fraglich ist. Er hat am Sonntag einen Schlag abbekommen und rennt nun mit einem dicken Knöchel durch die Gegend. Wir halten die Daumen, dass er bald wieder fit ist. Ansonsten fehlen weiter Italiano und Trummer, wobei der Australier wieder ins Training eingestiegen ist.
Würde denn der verdiente GAK-Kicker Standfest überhaupt die Chefrolle übernehmen wollen? Der schmunzelt und sagt: „Ich bin seit Jänner da. Die Leute im Verein wissen, wie ich arbeite. Aber ja, ich würde den Cheftrainer schon machen.“ Und dann äußert er sich doch noch zum Match in Hütteldorf und sagt klipp und klar: „Es gibt keinen Profi auf der Welt, der gegen den Trainer spielt.“
Hey, liebe GAK-Fans!
Ihr seid sauer, wir sind sauer. Frustriert. Fertig.
Aber: Das Match in Ried wird ungeheuer wichtig, um zu sehen, wo es in dieser Saison hingeht. Wenn ihr es schafft, fahrt nach Ried. Und sonst kommt ins Trainingszentrum, wo ein Public Viewing im Vereinslokal „Heimspiel“ angeboten wird. Anpfiff ist Freitag um 19.30. Tickets gibt es in Ried oder am Donnerstag zwischen 16 und 19 Uhr auch im Fancenter in Weinzödl. Möge die Trendumkehr gelingen!