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17. September 2026

Martin Murpott

Und plötzlich ist es wieder da …

… dieses Kribbeln im Bauch, das man verspürt, wenn sich der nächste Spieltag nähert. Die Vorfreude, die sich einschleicht, wenn man auf einen vermeintlich großen Gegner mit zumindest großem Namen trifft. Der Glaube daran, dass man auch Punkte holen kann, ohne dabei auf mögliches Verletzungspech der anderen Mannschaft, Fehlentscheidungen des Schiedsrichters zu unseren Gunsten oder der Gnade Tyches angewiesen zu sein. Die Hoffnung auf einen magischen Fußballabend unter den Flutlichtern des Grazer Stadtstadions, ohne gleich wieder mit einem 0:5 auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt zu werden. Aber warum eigentlich?

Die gegen Rapid bezogenen Prügel sind gerade einmal fünf Wochen her. Der von vielen herbeigesehnte neue Stürmer wird, wenn überhaupt, frühestens im Wintertransferfenster kommen, nachdem man sich beim Verkauf von Jacob Italiano aufgrund seiner Verletzung wohl verspekuliert haben dürfte. Liebenau ist eine wenig bezaubernde Bruchbude, die Kurve auf unabsehbare Zeit gespalten, und gäbe es eine anthropomorphe Personifizierung des Chancentods, wäre sie wohl nach dem Heimspiel gegen den WAC in Pension gegangen. Dass also derzeit trotzdem so etwas wie eine positive Aufbruchstimmung zustande kommt, könnte daher womöglich an Gerald Scheiblehner liegen.

Das soll jetzt wirklich kein nachträglicher Diss gegen Ferdinand Feldhofer sein – im Gegenteil. Ich persönlich glaube immer noch, dass er ein menschlich korrekter Kerl ist, der stets versucht hat, sein Bestmögliches zu geben. Allerdings hat sich spätestens nach Abschluss der dritten Runde gezeigt, dass das für die heurige Saison wohl nicht ausreichen dürfte. Im Gegenzug wäre es natürlich ratsam, unseren Neotrainer nicht vorschnell mit Vorschusslorbeeren zu überhäufen. Scheiblehner ist weder ein Messias, noch wird er uns Kühbauer-gleich zum Meistertitel führen, und seine bisherige positive Referenz ist im Wesentlichen Blau-Weiß Linz. Aber: Irgendetwas dürfte der gute Mann seit seiner Bestellung mit unserer Mannschaft angestellt haben!

Wir brauchen gar nicht reden: Fußballerische Galavorstellungen waren die letzten drei Spiele keine! Allerdings ist das nicht primär dem glorreichen GAK geschuldet, sondern ebenso dem Umstand, dass wir uns nun einmal in der österreichischen Bundesliga bewegen. Was aber selbst dem frustriertesten Internetnörgler aufgefallen sein dürfte: Die Mannschaft hat einen lang verloren geglaubten Kampfgeist wiederentdeckt und auch heraufbeschworen! Bereits beim Unentschieden gegen Wolfsberg wurde gefühlt mehr Pressing betrieben, mehr geackert und mehr füreinander gearbeitet als in den Spielen zuvor. Dieser Trend setzte sich auswärts gegen Altach fort und führte letztendlich zu unserem zweiten Dreier in dieser Saison. Bemerkenswert daran ist, dass wir mit einer absoluten Rumpftruppe am Start waren, nachdem sogar in Vorarlberg selbst noch zwei Spieler ausgefallen sind. Trotzdem agierten unsere Kicker bissig, aggressiv und waren vor allem bereit, bis ans Ende ihrer Kräfte zu gehen. Offenbar hat der Trainerwechsel also nicht nur einen neuen Mann an der Seitenlinie gebracht, sondern auch neues Leben in die Mannschaft. Lassen wir uns als Fans davon anstecken und dieses neue Leben auf die Ränge des Stadtstadions übertragen. Am besten schon kommenden Samstag um 19:30, wenn es heißt: Grazer Athletik-Sportklub gegen FK Austria Wien!

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