02/04/2026
Martin G. Wanko
Der GAK 1902 machte aus der Spielgemeinschaft Wattens Kleinholz.
Ja, was soll man dazu noch sagen? Außer perfekt, meine Herren, vielen Dank und warum nicht gleich vom Saisonanfang weg. Aber heute ist heute und da hat eben alles gepasst. Haben wir noch vor 2 Runden in Tirol 1:2 verloren, war schon der guten Stimmung Feldhofers bei der WAC-Pressekonferenz anzumerken, dass er große Lust auf eine Fahrt aufs Innsbrucker Tivoli hat.
Befreites Aufspielen.
Zu Beginn des Spiels waren die 1902er etwas verhalten, die Spielgemeinschaft war konzentrierter und schneller am Ball – vielleicht war es auch die Tiroler Kurve, die so zahlreich aufmunterte, 😉 – aber nicht umsonst konnten sich die Tiroler fast für die Meister-Play-off qualifizieren. So war das 1:0 der Spielgemeinschaft aus Wattens, ein satter Schuss ungefähr aus 30 Metern, jetzt nicht ganz zufällig. Wäre es bei diesem Tor geblieben, hätte Torwart und Verteidigung jetzt nicht die angenehmste Fahrt zurück nach Graz, aber wer nun dachte, es kommt zu einem Déjà-vu bezüglich des letzten Aufeinandertreffens, der irrte. Die Roten orientierten sich unbeeindruckt nach vorne und drehten das Spiel in nur 15 Minuten! Jakob Italiano vollendete in der Kategorie „Prädikat wertvoll“: Er nahm sich außerhalb des 16ers ein Herz und schoss schnurgerade ins Tor der Gastgeber, als ob man Billard spielen würde. Auch das zweite Tor war sehenswert, Ramiz Harakaté aus dem Rückraum. Spätestens hier war klar, das Resultat wird heute vor allem den Grazern schmecken.
I Want more!
Unverändert ging es in die 2. HZ, und nach einer delikaten Klärung von Owusu zu Beginn war aus den Tirolern die Luft draußen und die Roten agierten nach Belieben. Hinten waren wir dicht, nach vorne hatten wir Bock. Ewig schade, dass in dieser Phase Harakatés Heber ins Gehäuse des Gegners, über die fast gesamte Hälfte, nicht gezählt wurde, da eine zu diskutierende Abseitsentscheidung gegeben wurde. Sei es drum: Form und Souveränität des Franzosen waren in dieser Situation auf den Punkt gebracht. Apropos Punkt: Kurz darauf netzte der Mann mit dem Überblick vom Punkt und das durchaus sehenswert, 1:3! Dann waren wir schon fast beim Kegeln, denn Italiano, Volley, versenkte das Leder zum 1:4. Der Feinspitz darf sich nun fragen: Welches der beiden Italiano-Tore war schöner? Die Redaktion stimmt für das 2. Tor, wie dem auch sei: Das 1:5, wieder vom Punkt aus, dieses Mal überließ man Italiano den Vortritt, finalisierte das Match. Mit drei Toren im Match kann der bei den Socceroos einberufene Italiano durchaus seine Visitenkarte abgeben.
Und überhaupt.
Kurz einmal ein Gedanke ein bisschen über den Tellerrand: Es ist wirklich angemessen, dass Spieler auch bei uns ihre „First Time Moments“ erleben, wie Jakob Italiano mit seinem (unsauberen) Hattrick. Solche Momente brennen sich in das Herz des Spielers und der Fans ein, dann weiß er warum er hier kickt. Zur Statistik: Alleine mit 17 gegen 5 Torschüssen dominierten wir den Kick. Das sollte uns nicht unachtsam werden lassen, aber solche Ergebnisse braucht man auch als Verein und als Fan, um sich fühlen zu können. Zur internen Manfred-Gölles-Statistik: Fünf Tore in der Buli schossen wir im Meisterjahr 2003/04 gegen den Stadtrivalen (5:0), eine Saison später gegen Mattersburg (5:1), mit einem Tor von Joachim Standfest, der bekanntlich heute wieder auf unserer Bank sitzt.