2. August 2026
Text: Martin Murpott / Fotos: Martin G. Wanko
Gut bedient
Es gibt Spiele, bei denen die Statistik mehr sagt als tausend Worte. Die verdiente Niederlage gegen die Schwarz-Weißen aus Linz war leider ein solches. Der LASK zeigte sich schlichtweg in allen Belangen überlegen. Die Rotjacken agierten im Aufbau zumeist planlos und konnten vor allem im Mittelfeld mit dem Tempo des Gegners nicht mithalten. Um in der Defensive auszuhelfen, mussten Maderner und Hofleitner doppelte Kilometer absolvieren, während sie in der Offensive regelrecht ausgehungert wurden. Hier brachte meiner Meinung nach erst der Doppeltausch in der 71. Minute ein bisschen Schwung in die ganze Sache. Am einigermaßen stabilsten wirkte trotz der drei kassierten Gegentore noch die Abwehr rund um Donovan Pines. Dieser verschuldete zwar einen Elfmeter, was aber angesichts des unbändigen Vorwärtsdrangs der Linzer durchaus als eine Art Künstlerpech abgetan werden kann. Daumen hoch an dieser Stelle auch für Cican Stankovic. Unser Neuzugang im Tor verhinderte nicht nur eine höhere Niederlage, sondern braucht sich seit gestern wohl auch nicht mehr über fehlende Spielpraxis zu beschweren. In Summe war das alles viel zu wenig, und die Rotjacken mit dem 0:3 noch relativ gut bedient.
Beim GAK kommt es einem manchmal vor, als wäre man in einer Zeitschleife hängen geblieben. Obwohl wir als erste Bundesligamannschaft in die Vorbereitung gestartet sind und schon früh erste Neuzugänge verpflichtet haben, gibt es Anfang August kadertechnisch noch immer fast nur Baustellen. Bis auf die Position des Torwarts wirkt alles relativ unfertig, und auch ohne Verletzungen wäre unsere Personaldecke relativ dünn gesät. Dass es den anderen finanziell schlechter ausgestatteten Vereinen derzeit scheinbar kaum besser geht, sollte für uns keine Ausrede sein. Des Weiteren gilt Trainer Ferdinand Feldhofer jetzt nicht unbedingt als Freund großer taktischer Flexibilität. Wenn du dann dazu noch die Ersatzbank mit 16-jährigen Nachwuchsspielern aus der Amateurmannschaft auffüllen musst, wirst du halt recht bald an deine Grenzen stoßen. Zwar ist es löblich, dass man bei uns versucht, die beträchtlichen Fördergelder aus dem Österreicher-Topf zu lukrieren, jedoch sollte man dabei Kaderdichte sowie Gesamtqualität der Mannschaft nicht völlig außer Acht lassen.
Das alles ist natürlich aus mannigfaltigen Gründen sehr schade! Klar wäre es naiv gewesen zu glauben, dass wir nach Oberösterreich fahren und uns dort als potenzieller Champions-League-Sieger 2028 präsentieren. Ein bisschen mehr Spielwitz hätte die meisten von uns auf jeden Fall mit einem deutlich besseren Gefühl ins kommende Heimmatch gegen Austria Lustenau gehen lassen. So bleibt nur zu hoffen, dass wir den Aufsteiger allein schon deshalb besiegen, damit wir nicht schon wieder von Anfang an mental völlig den Arsch offen haben. Ich bin nämlich ganz bei unserem El Capitano, wenn er im Sky-Interview sagt: „Viele Spieler haben heute nicht ihr Level erreicht.“ Außerdem glaub ich auch in dieser Saison, dass wir dem Abstieg ein Schnippchen schlagen werden. Allerdings stehe ich sicher nicht alleine da, wenn ich die dafür zusätzlich notwendigen Spieler bereits im sommerlichen Transferfenster verpflichtet sehen will. Auf die Roten!