14. Mai 2026
Matthias Fössl
Ein letzter gemeinsamer Kraftakt
Es gibt Momente im Fußball, in denen alles andere nebensächlich wird. Keine Diskussionen, keine Schuldzuweisungen, kein Lagerdenken. Bis zum Abpfiff am Samstag befinden wir uns alle gemeinsam in so einer Situation.
Ja, diese Saison war alles andere als einfach.
Ja, bei Spielern, Trainerteam, Verantwortlichen und auch bei uns Fans sind Dinge falsch gelaufen.
Manches davon auf dem Platz, auf den Rängen, auf Social-Media und untereinander, hat uns mehr geschadet als geholfen.
Aber jetzt zählt nur eines. Der GAK.
Die Lage ist glasklar: Kämpfen bis zum letzten Moment, ein Punkt reicht. Verlieren bedeutet den Abstieg. So einfach, so brutal.
Unsere Jungs fahren nach Linz in eine Festung. Vier Heimspiele, vier Siege im UPO für die Linzer. In allen drei direkten Duellen dieser Saison hat das Heimteam gewonnen. Auswärts waren wir leider zu oft nicht gut genug und gegen das Sturmduo Weissman und Ronivaldo wird sich die Mannschaft besonders wappnen müssen.
Kadertechnisch schöpfen wir aus dem Vollen. Harakaté hat nach den heftigen Attacken gegen ihn hoffentlich alles überstanden. Maderner hat zuletzt als Joker getroffen und scheint bereit. Aber ehrlich gesagt: Wer am Samstag auf dem Platz steht, ist nebensächlich. Berechtigte Kritik hin oder her, wer das rote Trikot trägt sollte uns alle geschlossen hinter sich haben.
Die Mannschaft hat in den vergangenen Wochen gezeigt, was sie sein kann. Eine Einheit, die letztes Wochenende in der 87. Minute 0:2 hinten lag, auf einem Acker von einem Rasen, und trotzdem nicht aufgegeben hat.
Das ist, was wir uns jetzt allen wünschen sollten:
Beherzt auftreten. Den Kopf nicht hängen lassen. Weiterkämpfen. Punkten. Und allen zeigen, was es bedeutet, ein Roter zu sein. All das steckt in diesem Verein und genau das muss jetzt gezeigt werden. Tobias Koch hat es auf den Punkt gebracht: “Wir werden unser Leben am Platz lassen.” Unsere Aufgabe ist es, sie dabei geschlossen und lautstark zu unterstützen und den Rücken zu stärken.
Pessimismus? Verständlich. Der überkommt einen schnell, wenn man sieht, wo wir stehen. Aber der hilft niemandem auf oder neben dem Platz.
Optimismus? Gerne, aber bitte nicht blenden lassen, denn Blau-Weiß wird alles entgegenwerfen, was sie haben. Von europäischen Nächten können wir träumen, wenn es so weit ist.
Was zählt, ist Einigkeit. Die Mannschaft braucht uns als Einheit hinter sich und wir brauchen eine Mannschaft, die unsere Farben mit allem, was sie hat, verteidigt. Wir sind alle gemeinsam in derselben Situation und gerade jetzt dürfen wir uns nicht gegenseitig zerreißen.
Also: Streit danach. Kritik danach. Aufarbeitung danach.
Jetzt gilt nur: Alle gemeinsam für unseren GAK. Nur so können wir das schaffen.